Bei uns in Neuensee ist der Krippenbauer Florian Hofmann ein bekannter und geschätzter Bauer von Krippen. Er ist auch der Initiator der Krippenausstellungen hier in Neuensee.

 

Hier finden Sie einen Überblick über die Themen seiner Krippenausstellungen hier in Neuensee:

Krippenausstellung 2018

Krippenausstellung 2017

Krippenausstellung 2016

Krippenausstellung 2013

Krippenausstellung 2012

 

Zur Geschichte der Weihnachtskrippe im allgemeinen:


ie Faszination Krippe erstreckt sich über den gesamten Erdball. Überall kommen Christen zusammen, um Krippen zu bewundern, ihnen zu huldigen oder um sie zu bauen. Doch manche wissen fast nichts über die Entstehung des Krippenbrauchs. Man hat vielleicht eine Krippe zu Hause, und stellt sie an Weihnachten auf, denn dies ist ein alter Brauch, welcher ein wesentlicher Bestandteil der Weihnachtszeit ist. Sogar Nichtchristen sind davon angetan. Aber manche stellen vielleicht die Krippe auf, ohne groß darüber nachzudenken, warum sie dies überhaupt tun. 

Was wird unter der Bezeichnung Krippe verstanden? Anfangs bezeichnete dieses Wort den Futtertrog, in dem das Jesuskindlein nach der Geburt lag. Danach wurde auch der umgebende Raum mit der Geburtsgrotte in Bethlehem in dieser Weise benannt. Später wurden Nachbildungen des heiligen Schauplatzes mit dem Wort Krippe bezeichnet, insbesondere jene Kapellenartigen Andachtsräume mit den nischen-und grottenförmigen „Nativitas“-Darstellungen.

Erst seit dem 17. Jahrhundert, als die Krippen volkstümlich wurden, festigte sich der Begriff im Volke für szenische Darstellungen der Geburtsgeschichte. Es werden aber nicht nur die Geburtsszene dargestellt, sondern auch andere Szenen, wie z.B. die Herbergsuche, die Flucht nach Ägypten, der zwölfjährige Jesus im Tempel, das Passahfest, die  Kreuzigung und viele andere gelten als Krippen.

Heutzutage verstehen wir unter der Bezeichnung Krippe vor allem die Darstellung der Geburt Christi in einem dreidimensionalen Raum mit Figuren, die willkürlich verstellt werden können.

Die genaue Entstehung der Krippen ist schwer festzustellen, da kaum exakte Hinweise zu finden sind. Aber sie haben sich aus verschiedenen Wurzeln heraus entwickelt. Angefangen hat es damit, dass Nachbildungen der Geburtsgrotte in Bethlehem auf europäischem Boden errichtet oder Teile der echten Geburtsgrotte als Reliquien verehrt wurden. Dies geschah, weil für viele das Pilgern nach Bethlehem zu teuer oder zu zeitaufwendig war. Seit dem 2. Jahrhundert nahmen sich viele Malereien und Mosaike aus dem Mittelmeerraum dem Thema der Geburt Christi an. Zuerst blieb es bei dieser zweidimensionalen Darstellung, mit der den Gläubigen das Weihnachtsgeschehen nähergebracht werden sollte. Die späteren Krippendarstellungen wurden dadurch beeinflusst.

Allmählich traten die Figuren aus der Geburtsszene heraus. Dies war eine Zwischenstufe zu den späteren dreidimensionalen  Krippen. Eine wesentliche Wurzel  der Weihnachtskrippe finden wir auch in den Mysterienspielen. Das bekannteste ist wohl jenes im Wald von Greccio, welches vom heiligen Franziskus von Assisi im Jahre 1223 durchgeführt wurde. in ihm sehen viele den Ursprung der Weihnachtskrippe. Dem kann aber nach Ansicht von

Kunsthistorikern nicht Folge geleistet werden. Immerhin nahmen diese Mythenspiele, die das gleicht Thema behandelten und dieselben Figuren benutzten, soweit Einfluss auf den Krippenbau, dass die früheren Krippenfiguren oft über einen Meter groß und meist prächtig gekleidet waren.

ie ersten Krippen standen vor allem in Kirchen und Klöstern. Angefertigt wurden sie von bestimmten Orden. Die stärksten Impulse setzten dabei die Jesuiten. Die erste sicher bezeugte Jesuitenkrippe befand sich seit 1560 im Kolleg zu Coimbra in Portugal. Die feinen Näharbeiten an  den Gewändern mit Gold- und Silberstickereien wurden im Frauenklöstern ausgeführt. Entscheidend für die Herausbildung einer Krippentradition scheint die Übernahme von Krippen in den privaten Bereich. Diese Übernahme fand zuerst bei Adel, der das Vorrecht für Hauskrippen hatte, und der Geistlichkeit statt.

Im 17. Jahrhundert entwickelte sich  allmählich der Weg der Krippe  aus den Kirchen und Klöstern über die Herrscherhäuser zum hohen und niederen Adel ins Bürgertum und schließlich in den bäuerlichen Bereich.


ald erwiesen sich aber die Figuren der Kirchenkrippen als zu groß, und bei den Bauern- und Bürgerhaushalten kam der Wunsch auf, mehr, dafür aber kleinere Figuren einzusetzen. Die Darstellung sollte nicht nur die Heilige Familie umfassen, sondern auch noch die Hirten und die drei Weisen aus dem Morgenland. Dies hatte zur Folge, dass die Bevölkerung, die nicht auf die Weihnachtsszenen verzichten wollte,, zunehmen selbst Krippen für den eigenen häuslichen Bedarf baute. Die kirchlichen Verbote förderten also landesweit den Krippenbau und führten zu einem Aufblühen der Tradition in den Familien. Das war von der Obrigkeit Frankreichs und des Habsburger Reiches nicht vorgesehen. Kaiser Josef II. hob das Verbot 1804 wieder auf, und bis 1825/26  waren überall die Verbote zurückgenommen.

Einige Jahrzehnte später setzte eine Gegenbewegung ein. Das gesamte Geschehen wurde in den heimatlichen Raum versetzt . Angefangen hatte es mit den Hirten, die sich schon früher in der Tracht der jeweiligen Heimat des Krippenbauern zeigten. Eine neue Art der Krippen entstand. Die Krippen erstrahlen in der spezifischen Eigenheit des Landes der Krippenbauer, Hintergrundmaler und Figurenschnitzer.

Eine Belegung bekamen die Krippen mit der religiös bestimmten Erneuerung um die Mitte des 19. Jahrhunderts. In der Kunstgeschichte wurde dieser neue Krippengedanke mit dem Stilbegriff der „Nazarener“ gekennzeichnet. Es entstanden nun Papierkrippen, die durch die Hinwendung zu den originalen Schauplätzen der biblischen Geschichte charakterisiert wurden. Sie erfreuten sich bald einer großen Beliebtheit. Dieser neue Krippenstil widersetzte sich gegen die frühere Zeit, besonders gegen die barocken, mit Textilien bekleideten Wachsfiguren. Heute sind die Krippen der „Nazarener“ vom orientalischen Krippenstil nicht  mehr zu unterscheiden. Die nazarenischen Krippen fielen zeitlich mit dem Beginn der Serienproduktion von Krippenfiguren in den Fabriken zusammen. Die Spielzeugindustrie sah für sich auch eine neue Marktlücke und in der Folge wurden Tausende Krippenfiguren aus Gips,Ton,und Papiermaché auf den Markt geworfen. Diese billig hergestellten Figuren verdrängten vielerorts die handwerklich erarbeiteten Figuren. Doch für einen „Vollblut-Krippeler“ sind von Hand gefertigte oder geschnitzte Figuren natürlich viel schöner.

Die Krippe selbst ist eine sichtbare Predigt. Sie spricht nicht nur den Kopf, die Ohren und den Verstand an, sondern vor allem die Augen, das Herz, die Seele, das Gefühl und das Gemüt. In den Krippen wird Theologie anschaulich. Das Krippengeschehen von Gestern wird in die heutige Landschaft zu Land und Leuten mit ihren Trachten und Gebräuchen hineingestellt. Allem Volk zu allen Zeiten und in allen Landen soll große Freude widerfahren. Deshalb wird Bethlehem eingepasst und angepasst  allem Volk und jeder Zeit. Nun ist die Krippe weltweit, ökumenisch. Sie verbindet die Völker zu einer Ökumene der Weihnacht. So leistet sie einen Beitrag zur Ehre Gottes und zum Frieden auf Erden unter den Menschen.

Schon Martin Luther hat unübertrefflich ausgesagt: „Ich hab´s schon oft gesagt und sage es noch, wer Gott erkennen will, der schaue in die Krippe“

 
n diesem Jahr kann man hier in Neuensee wieder nur neue Krippen sehen. 

 


er fantastische Stern an der „Alten Kirche“ weist allen Besuchern den Weg. 

 

 

 

Maria durch ein Dornwald ging

 

Letzte Aktualisierung am 23.01.2019 | Impressum